Magnesium

Die Heilkraft des Toten Meeres

Die Überlieferung berichtet von Karawanen, die von der für ihre Schönheit berühmten Königin Cleopatra ans Tote Meer ausgesandt wurden um das "Weisse Gold" für ihre Schönheitsbäder zu beschaffen.

Konkreter wird es bei Aristoteles (384-322 v.Chr.). Er informierte die umliegenden Nationen das erste Mal wissenschaftlich: Das Wasser sei so bitter und salzig, dass kein Fisch darin leben könne und "...weder Tier noch Mensch, auch wenn an Händen und Füßen gefesselt darin untergehen könne."

Die positive therapeutische Wirkung des Toten Meeres war ebenfalls in der Antike bekannt. Der römische Heilkundler Galenus von Pergamon (129-200 n.Chr.) erkannte, daß das Salz des Toten Meeres Arthritis, Ekzem, Rheuma und Psoriasis lindern konnte, die Haut entspannte und wurde sanft und seidig.

Erste chemische Analysen fanden Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts statt. Kontinuierliche wissenschaftliche Aufzeichnungen wurden zu Napoleons Zeiten begonnen. In der heutigen Zeit erlebt das Tote Meer eine Renaissance. Die moderne Wissenschaft hat nachgewiesen, dass die Therapeutische Kraft des Toten Meeres auf die mineralischen Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Diese natürliche Kraft führt Menschen aus der ganzen Welt ans Tote Meer.

Medizinische Untersuchungen konnten zweifelsfrei die Linderung von meist unheilbaren Krankheiten wie Rheumatismus, Dermatitis oder Psoriasis durch Mineralien des Toten Meeres nachweisen. Es wurde nachgewiesen, dass die Haut, das größte Organ des Menschen, Salz aus dem Toten Meer aufnehmen kann und somit Hauterkrankungen geheilt und gelindert werden können. Der wohl wichtigste Bestandteil des Salzes aus dem Toten Meer ist das Magnesiumchlorid, wobei hier die heilende Wirkung der Magnesiumionen im Vordergrund steht. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die heilende Wirkung von Magnesiumionen bei Hautkrankheiten.

Wichtigster mineralischer Bestandteil des Salzes aus dem Toten Meer: Magnesiumionen

Da das Tote Meer bis zu 40 % Magnesiumionen enthält fühlt es sich im Gegensatz zu anderen Salzwässern (Hauptbestandteil Natriumionen) sanft und ölig an. Diese magnesiumreiche Sole bildet einen Schutzfilm auf der Haut und regeneriert die Haut. Magnesiumionen tragen zur Normalisierung von Abschuppungsprozessen der Haut bei. Magnesiumionen werden nachweislich von der Haut aufgenommen und entfalten in der obersten Hautschicht (Epidermis) ihre heilende Wirkung.

Folgende wissenschaftlich nachgewiesenen Mechanismen und Wirkungen tragen besonders zu Linderung von Hautkrankheiten wie Dermatitis und Psoriasis bei:

  • Magnesiumionen sind ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Hautbarriere. Diese Barriere schütz die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und somit vor dem Austrocknen. Auf die Haut aufgebrachte Magnesiumionen lagern sich physikalisch in der obersten Hautschicht an und regenerieren somit die beschädigte Hautbarriere.
    Denda M. et al.: Visual Imaging of Ion Distribution in Human Epidermis; Biochemical and Biophysical Research Communications 272 (134-137), 2000
    Denda M. et al.: Some magnesium salts and a mixture of magnesium and calcium salts accelerat skin barrier recovery; Arch Dermatol Res 291 (560-563), 1999
    Denda M. et al.: Negative Electric Potential Induces Alteration of Ion Gradient and Lamellar Body Secretion in the Epidermis, and Accelerates Skin Barrier Recovery After Barrier Disruption; The Journal of Investigative Dermatology 118/1 (65-72); 2002
    Proksch E. et al.: Erhöhung der Hautfeuchtigkeit durch MG-reiches Duschgel; Kosmetische Medizin 4 (202-207); 2002
  • Beschleunigtes Hautwachstum ist ein wesentliches Merkmal der Schupenflechte (Psoriasis). Die erhöhte Zellteilung in der obersten Hautschicht (Epidermis/Stratum Basale) resultiert hierbei in einer übersteigerten Hauterneuerung. Magnesiumionen limitieren dieses excessive Zellwachstum und lindern auf diesem Weg ebenfalls die Psoriasis.
    Shani J. et al.: Indications, contraindications and possible side-effects of climatotherapy at the Dead-Sea; Blackwell Science Ltd. 36/7 (481-492); 1997
    Shani J. et al.: Effect of Dead-Sea Brine and Its Main Salts on Cell Growth in Culture; Pharmacology 35 (339-347); 1987
  • Magnesiumchloridhaltige Hautpräparate verbessern im Gegensatz zu anderen Salzpräparaten (z.B. Natriumchloridpräparate) das Hautbild von Psoriasispatienten deutlich.
    Wolf V. et al.: Psoriasistherapie mit Magnesium-Ionen (topische Applikation) und UV-Licht; Der Deutsche Dermatologe 10 (3-6); 1993
  • Die Entstehungsprozesse von Entzündungen wie sie bei Neurodermitis oder Psoriasis auftreten sind sehr vielseitig. Bei den meisten dieser Prozesse sind ionische Salzverbindungen beteiligt. Können diese Ionen verdrängt werden, kann die Entzündung verhindert werden.
    So können beispielsweise Calciumionen, die im Stratum Corneum und Stratum Granulosum ein Bestandteil der natürlichen Hautbarriere sind, im Stratum Spinosum und Stratum Basale, zur Entstehung von Entzündungen beitragen. Diese Ionen können durch Magnesiumionen kompetitiv verdrängt werden und die Entzündung somit verhindert werden. Für diese physikalische Verdrängung ist ein kontinuierlicher Magnesiumionenüberschuss nötig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise Natriumionen aus Natriumchlorid (Kochsalz) im Gegensatz zu Magnesiumionen keine entzündungshemmenden Eigenschaften in diesen Hautschichten aufzeigen.
    Diezel W. et al.: Magnesium-Ionen: Entzündungshemmende Wirkungen und äußerliche therapeutische Anwendung; Hautnah Dermatologie 10 (376-382); 1994
    Schempp C.M. et al.: Magnesium Ions Inhibit the Antigen-Presenting Function of Human Epidermal Langerhans Cells In Vivo and In Vitro. Involvement of ATPase, HLA-DR, B7 Molecules, and Cytocines; The Journal of Investigative Dermatology 115/4 (680-686); 2000