Urea

Harnstoff (Urea)

Harnstoff wird seit Jahrhunderten zur Therapie von Hautkrankheiten wie Ekzemen, Ichthyosen und Schuppenflechte (Psoriasis) angewendet. Als körpereigene Substanz besitzt Harnstoff eine sehr geringe Toxizität. Durch die Wahl der richtigen Anwendungsform wird die Verträglichkeit von Harnstoffzubereitungen gesteigert. Harnstoffpräparate sind somit wichtige Therapeutika zur Behandlung verschiedener Hauterkrankungen. Wichtige wissenschaftlich nachgewiesene Eigenschaften des Harnstoff sind:

  • Harnstoff ist ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Barrierefunktion der Haut. Diese Barriere verhindert einen übermäßigen Wasserverlust in die eine und das Eindringen von schädlichen Substanzen in die andere Richtung. Eine Verringerung des Harnstoffgehaltes in der obersten Hautschicht (Epidermis/Stratum Corneum), wie sie bei Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis auftritt, stört diese natürliche Barrierefunktion. Das topische Aufbringen von Harnstoffpräparaten (z.B. Cremes, Lotions) führt der Haut Harnstoff zu und kann über diesen physikalischen Weg die natürliche Hautbarriere regenerieren.
    Proksch E.: Harnstoff in der Dermatologie; Dtsch Med Wochenschr 119 (1126-1130); 1994
    Wellner K. et al.:Untersuchungen zum Harnstoffgehalt bei Neurodermitis; Z Hautkrankh 67 (648-659); 1992
    Hagemann I. et al.: Topical treatement by urea reduces epidermal hyperproliferation and induces differentiation in psoriasis; Acta Derm Venerol 76 (353-356); 1996
    Loden M.: Urea-containing moisturizers influence barrier properties of normal skin; Arch Dermatols Res 288 (103-107); 1996
  • Beschleunigtes Hautwachstum bzw. Hautwucherungen sind wesentliche Merkmale der Schuppenflechte (Psoriasis). Die erhöhte Zellteilung in der obersten Hautschicht (Epidermis) resultiert hierbei in einer übersteigerten Hauterneuerung. Harnstoff verringert diese Hautwucherungen effektiv und lindern somit die Psoriasis.
    Hagemann I. et al.: Topical treatement by urea reduces epidermal hyperproliferation and induces differentiation in psoriasis; Acta Derm Venerol 76 (353-356); 1996
    Mueller K.H. et al.: Harnstoff in der Dermatologie; Hautarzt 40/IX (1-19); 1989
  • Für die Weichheit und Verformbarkeit der Haut, muss die Hornschicht einen Wassergehalt von mindestens 10%-15% betragen. Harnstoff als natürlicher Feuchthaltefaktor kann Wassermoleküle anlagern und in die Hornhaut transportieren. Der Verlust solcher natürlicher Feuchthaltefaktoren wurde besonders bei Neurodermitis- und Psoriasispatienten nachgewiesen. Das topische Aufbringen von Harnstoff in Form von Cremes und Lotions führt der Hornhaut folglich ebenfalls die benötigten Wassermoleküle zu.
    Hagemann I. et al.: Topical treatement by urea reduces epidermal hyperproliferation and induces differentiation in psoriasis; Acta Derm Venerol 76 (353-356); 1996
    Von Zglinick T. et all.: Water and ion distribution profiles in human skin; Acta Derm Venereol 73 (340-343) 1993
    Proksch E.: Die Permeabilitätsbarriere der Epidermis und Ihre Beeinflussung durch Detergenzien und Lokaltherapeutika; Ärzt Kosmetol 19 (424-443); 1989
    Hellgren L. et all.: On the effect of urea on human epidermis; Dermatologica 149 (289-293) 1974
    Wohlrab W.: Einfluss des Harnstoffgehaltes unterschiedlicher Emulsionen auf die Wasserbindungsfähigkeit der menschlichen Hornschicht; Z Hautkrankh 65 (390-395) 1991