Gründe der atopischen Dermatitis

Die Ursache der Neurodermitis ist nicht bekannt, in den letzten Jahren wurde in der Forschung aber im Rahmen dieser Krankheit viel über die Abläufe entdeckt. Ein besseres Verständnis einiger der beteiligten Prozesse konnte dazu beitragen, die Planung und Umsetzung von Therapien zu verbessern. Offensichtlich spielen bei der Neurodermitis hauptsächlich zwei Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Die Schwächung der "epidermalen Barriere" (Schutz und Durchlässigkeit der äußeren Schicht der Haut)
  • Die Freisetzung von körpereigenen Stoffen in der Haut, die zu Entzündung und Juckreiz führen.

Die Haut als Barriere

Die normale, gesunde Haut ist eine wirkungsvolle Barriere - sie verhindert das Entweichen von Wasser und das Eindringen von Bakterien, Reizstoffen und Allergenen. Die äußerste Hautschicht enthält nur tote Zellen, die ständig von der täglichen Abnutzung (Waschen, Reiben gegen die Kleidung usw.) abgetragen werden. Die Zellen werden kontinuierlich von unten ersetzt, und bei normalem Verlauf der Dinge bleibt die Hautdicke unverändert.

Unter der äußersten Schicht werden die Hautzellen von einer fettigen Substanz zusammengehalten. Ferner enthalten Hautzellen einen Stoff mit dem Namen "natürlicher Feuchthaltefaktor" (Natural Moisturizing Factor, NMF), der Wasser bindet und so die Zellen anschwellen lässt.

Man kann sich die Haut als eine Ziegelsteinmauer vorstellen - mit den Hautzellen als Ziegelsteinen und der fettigen Substanz als Mörtel. Im Gegensatz zu den Ziegelsteinen sind die Zellen jedoch aufgeschwemmt und eng aneinander gepresst.

Bei Neurodermitis vermutet man einen genetischen Defekt bei der Produktion der fettigen Substanz, die die Hautzellen zusammenhält. Dadurch wird die Barrierefunktion der Haut geschwächt und somit der Wasserverlust erhöht, und Reizstoffe und/oder Allergene können leichter eindringen. Der Gebrauch von Seife und scharfen Reinigungsmitteln trocknet die Haut aus und schwächt diese Barriere noch weiter.

Hautentzündung und der Teufelskreis "Jucken-Kratzen"

Neurodermitische Haut ist entzündet, d.h. geschwollen, rot, wund und sie juckt. Dann zu Kratzen ist eine natürliche Reaktion, um den Juckreiz zu lindern, aber häufig wird das Jucken dann nur noch schlimmer. In manchen Fällen ist der Juckreiz so stark, dass die Betroffenen auch bei bereits blutender Haut weiterkratzen. Entzündung und Juckreiz werden stärker, und der Teufelskreis beginnt von vorn.

Kratzen beschädigt außerdem die Haut und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit des Wasserverlustes und des Eindringens von Reizstoffen und Allergenen.

Neuere Forschungsarbeiten haben ergeben, dass die Haut von Patienten mit leichter Neurodermitis von sehr vielen Bakterien mit dem Namen "Staphylococcus aureus" besiedelt ist. (In diesen Fällen tritt dann die Infektion möglicherweise nicht so offensichtlich zu Tage.) Die Bakterien setzen ein "Superantigen"-Toxin frei, das in die geschädigte Haut eindringt und eine starke Entzündungsreaktion auslöst, was dann zu dem charakteristischen Erscheinungsbild der Neurodermitis führt.

Es lässt sich leicht erkennen, dass Juckreiz und Kratzen bei Neurodermitis auf die Frage hinauslaufen "Was kam zuerst - die Henne oder das Ei?". Viele Therapiemassnahmen sind darauf ausgerichtet, diesen Teufelskreis zu unterbrechen.

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