10 bis 15 % aller Kinder leiden an Neurodermitis. Bei etwa 50 % der kleinen Patienten tritt die Krankheit vor Vollendung des ersten Lebensjahres auf, die Symptome entwickeln sich bei den meisten Kindern, bevor sie fünf Jahre alt sind. Neurodermitis bei Säuglingen beginnt häufig im Alter von sechs bis 12 Wochen. Zuerst machen sich die Symptome auf Wangen und Kinn als fleckiger Ausschlag bemerkbar, der dann rot wird, sich schuppt und nässen kann. Danach kann es zu einer Hautentzündung kommen. Auch Hals, Arme und Beine können befallen werden. Bei älteren Kindern erstreckt sich die Neurodermitis typischerweise auf die Armbeugen und die Kniekehlen. Auch der seitliche Halsbereich, Hand- und Fußgelenke sowie Hände können befallen sein. Der Ausschlag erscheint häufig mit Pusteln, die sich nach dem Kratzen verhärten und schuppen. Die Haut um die Lippen herum kann sich entzünden, und durch das ständige Lecken dieser Bereiche entstehen dann kleine, schmerzhafte Risse in der Haut um den Mund herum. In schweren Fällen kann es sogar zu Wachstumsstörungen kommen und das kindliche Größenwachstum entspricht nicht den Erwartungen.
Die Krankheit kann zeitweise zurückgehen, die Dauer dieser so genannten Remissionen kann unterschiedlich sein - es können mehrere Monate oder sogar Jahre vergehen. Bei einigen Kindern verschwindet die Krankheit mehrere Jahre lang, um dann mit Beginn der Pubertät zurückzukehren, wenn Hormonveränderungen, Stress und der Gebrauch hautreizender Pflegeprodukte oder Kosmetika die Krankheit erneut aufflackern lässt.
Eine Neurodermitis im Kindesalter belastet die ganze Familie, nicht nur den kleinen Patienten. Kleinkinder sind aufgrund des Juckreizes und der krankheitsbedingten Beschwerden häufig unruhig und reizbar, und das ganze Familienleben bedarf einer Umgestaltung, um die Leiden des Kindes zu verringern. Schlafstörungen sind eine der häufigsten Auswirkungen der Neurodermitis im Kindesalter.
Säuglinge und Kleinkinder können dem Drang, die juckenden Hautflächen zu kratzen, nicht widerstehen, deshalb müssen besondere Maßnahmen ergriffen werden, um den Juckreiz zu lindern bzw. das Kratzen - vor allem nachts - zu verhindern.