Praktische Ratschläge für Ihre Patienten (Psoriasis)

Wie wird Hautpflege zur Routine?

Die tägliche Hautpflege ist der wichtigste Faktor für eine gesunde Haut und die Vermeidung von neuen Psoriasis-Schüben. Verglichen mit gesunder Haut ist psoriatische Haut empfindlicher gegenüber einer Reihe von Reizstoffen, die einen Psoriasisschub auslösen können. Die Verwendung von Emollientia (feuchtigkeitsspendenden Lotionen, Creme und Salben) ist deshalb wichtig, weil diese die Haut geschmeidig halten und die Schuppen aufweichen - beides vermeidet Hautrisse und Blutungen.

Wie nutzen Sie die Emollientia-Behandlung optimal?

  • Emollientia sollten häufig - 3 bis 4 mal am Tag, bei Bedarf auch noch öfter - angewendet werden
  • Probieren Sie verschiedene Emollientia aus, bis Sie die Präparate gefunden haben, die für Sie und Ihre Haut am besten sind - Ihr Apotheker wird Sie gerne dabei beraten.
  • Wenn Sie sich häufig die Hände waschen müssen, sollten Sie dies eher mit einem Seifenersatz wie z.B. einer wässrigen Creme (= Öl-in-Wasser-Emulsion) tun. Ihre Hände werden dadurch natürlich auch sauber, aber Sie vermeiden die austrocknende Wirkung von Seifen oder Waschmitteln.
  • Schützen Sie Ihre Hände, indem Sie beim Abwasch, beim Putzen des Badezimmers, bei der Autowäsche usw. Gummihandschuhe tragen, um den Kontakt mit scharfen Reinigungsmitteln zu vermeiden, die Ihre Haut austrocknen.

Kopfhautpsoriasis

Die meisten Psoriatiker haben irgendwann einmal auch Psoriasis auf der Kopfhaut. Als typisches Erscheinungsbild breitet sich die Kopfhautpsoriasis dann knapp bis über den Kopfhautrand aus und bildet einen entzündlichen, schuppigen Rand, etwa 1 cm vom Haaransatz entfernt. Auf der Kopfhaut selbst können sich dicke, schuppige Areale mit gesunder Haut abwechseln. Die Kopfhaut kann jucken und sich "gespannt" oder wund anfühlen. Der Schweregrad der Kopfhautpsoriasis kann stark variieren - bei manchen Betroffenen äußert er sich wie ein schlimmer Schuppenbefall, aber bei anderen Psoriatikern können die Schuppen auf dem Kopf eine dicke unansehnliche Kruste formen. Glücklicherweise behindert Psoriasis den Haarwuchs in der Regel nicht.

Behandlung der Kopfhautpsoriasis

In leichten Fällen reicht üblicherweise ein teerhaltiges Shampoo aus. Anderenfalls kann die gelegentliche Verwendung eines Antipilz-Shampoos (z.B. Ketoconazol-Shampoo) helfen. Bei mittelschwerer bis schwerer Kopfhautpsoriasis kann die Behandlung mit einem verschreibungspflichtigen Medikament erforderlich sein.

Wenn die Kopfhaut von einer dicken Schuppenkruste bedeckt ist, gibt es zwei wichtige Behandlungsphasen: Aufweichen und Ablösen der Schuppen, dann eine spezifische Therapie mit Kortikosteroiden oder Calcipotriol. Die erste Phase - Schuppen-Aufweichung und -ablösung - ist nötig, damit die Arzneimittel der zweiten Phase überhaupt auf die darunterliegende Haut gelangen und dort wirken können.

Kopfhautbehandlung - Phase 1

Die Schuppen lassen sich mit Öl (z.B. Olivenöl oder Erdnussöl) oder einer Kokosnussalbenmischung aufweichen.

Manchmal werden salizylsäure- und/oder schwefelhaltige Präparate benutzt, weil diese die Ablösung der Schuppen fördern. Das Erfolgsgeheimnis bei all diesen Produkten heißt korrekte Anwendung. Sie müssen gründlich aufgetragen werden, alle Schuppen abdecken und die Anwendungsdauer muss ausreichen, um die Schuppen so weit aufzuweichen, dass sie sich leicht ablösen lassen.

Das Öl wird leicht in die Kopfhaut einmassiert und soll dort mindestens eine Stunde einwirken, damit es die getrockneten Schuppen völlig durchfeuchten kann.

Salben sind dick aufzutragen. Die Haare werden vorsichtig gescheitelt, dann werden die betroffenen Bereiche mit Salbe bedeckt. Die Salbe sollte möglichst über Nacht auf dem Kopf bleiben. Vor der Haarwäsche können einige Schuppen vorsichtig abgehoben oder ausgekämmt werden.

Öl oder Salbe können mit einem beliebigen Shampoo ausgewaschen werden.

Die Behandlung der Kopfhaut ist leichter, wenn Ihnen jemand zur Hand geht.

Soll das Mittel über Nacht einwirken, kann eine Plastikduschhaube aufgesetzt werden, außerdem empfiehlt es sich, das Kopfkissen durch Auflegen eines Handtuchs zu schützen.

Das Abheben oder Auskämmen der Schuppen sollte vorsichtig erfolgen, denn grobes Vorgehen oder das Kratzen auf der Kopfhaut mit einem Kamm kann diese reizen und die Psoriasis verschlimmern.

Kopfhautbehandlung - Phase 2

Die Kopfhautpsoriasis lässt sich häufig erfolgreich mit einer Calcipotriol-Kopfhautlotion oder mit Kortikosteroid-Kopfhautlotionen unter Kontrolle bringen.

Wichtig ist die gründliche Anwendung.

Haare vorsichtig scheiteln und die Lotion auf der gesamten Kopfhaut auftragen. (Die meisten Lotionen werden in einer Flasche mit einer Düse verkauft, die die Auftragung erheblich erleichtert.)

Einige Kopfhautlotionen sind alkoholhaltig und können daher auf der Kopfhaut brennen, vor allem bei Vorhandensein kleiner Kratzer. Passiert dies und wird es unerträglich, bitten Sie Ihren Arzt oder Apotheker, Ihnen eine alkoholfreie Alternative zu empfehlen.

Wählen Sie eine Frisur aus, bei der die Kopfhaut nicht sichtbar ist und die den Haaransatz verbirgt.

Auf heller Kleidung fallen Schuppen, die auf die Schultern fallen, nicht so stark auf.

Suchen Sie einen Frisör, der sich mit Psoriasis auskennt und der um die Plaques auf Ihrer Kopfhaut weiß.

Bei ruhender Krankheit sind Dauerwellen, Färben und Blondieren der Haare kein Problem. Wenn es aber kleine Wunden oder Hautrisse gibt, können die Chemikalien zu einem Wiederaufflackern der Psoriasis führen.

Sonnenbad und Psoriasis

Viele Psoriatiker stellen fest, dass Sonneneinwirkung Ihnen und Ihrer Krankheit gut tut. Manche stellen sogar richtiggehend dramatische Veränderungen fest - rote, schuppige Plaques verschwinden in den Sommermonaten vollständig.

Schützen Sie Ihre Haut mit einer Sonnenschutzcreme mit geeignetem Lichtschutzfaktor für Ihren Hauttyp.

Achten Sie darauf, dass Sie sich keinen Sonnenbrand zuziehen - das könnte die Psoriasis aufflackern lassen.

Halten Sie Ihre Haut mit Emollientia / feuchtigkeitsspendende Lotionen, Cremen oder Salben / "After-Sun"-Lotions geschmeidig.

Sonnenbäder sind untersagt, wenn Sie eine PUVA- oder UVB-Therapie erhalten - dann drohen schwere Verbrennungen.

Wenn Ihnen ein Sonnenbad peinlich ist, tragen Sie einfach leichte, modische Kleidung, die Ihre Haut bedeckt. Heutzutage sind sich viele Menschen der Gefahren zu starker Sonneneinstrahlung - wie z.B. dem frühzeitigen Altern der Haut und dem Krebsrisiko - bewusst, Sie werden daher gar nicht auffallen.

Stressbewältigung

Viele Psoriatiker erleiden immer dann einen Psoriasisschub, wenn sie unter starker psychischer Belastung stehen. Dies könnten z.B. der Tod eines nahen Angehörigen, Ehe- oder Finanzprobleme, Verwicklung in einen schweren Unfall oder Examensängste sein. Schwerer körperlicher oder seelischer Stress verschlimmert die Psoriasis fast immer. Manche Betroffene empfinden auch alleine die Tatsache, eine Psoriasis zu haben und mit der Reaktion anderer Menschen auf diese Krankheit fertig zu werden, schon als Stressursache. Dermatologen wissen das ganz genau, in manchen Kliniken stehen sogar extra Psychologen zur Verfügung, die Ihnen Stressbewältigungsmethoden beibringen können. Aber da gibt es auch einiges, was Sie selbst tun können.

Entspannung

Entspannung ist kein Luxus - sondern eine Grundvoraussetzung für die geistige und körperliche Gesundheit eines jeden Menschen. Versuchen Sie, sich jeden Tag etwas Zeit für sich zu nehmen, in der Sie sich entspannen.

Visualisierung

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich die angenehme Situation vor, wie Ihre Haut immer reiner und reiner wird, und malen Sie sich aus, was Sie dann empfinden. (Hochleistungssportler benutzen sinngemäß dieselbe Technik, um den Sieg bei Wettkämpfen zu visualisieren.)

Positives Denken

Das bedeutet, dass Sie sich auf alles Positive an Ihnen selbst konzentrieren, zum Beispiel Ihre Begabungen, Ihre menschliche Wärme, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Ihren Humor, und beginnen Sie, sich selbst auf jede Weise schätzen zu lernen. Stellen Sie sich jeden Morgen vor den Spiegel und sagen Sie sich selbst, was das Positive und Gute an Ihnen ist. Das mag albern klingen, aber das Unterbewusstsein nimmt diese Botschaften auf und reagiert auf sie. Sich wegen der Psoriasis schlecht zu fühlen, ist schon eine Stressquelle für sich. Wenn Sie sich aber wirklich wohl in sich selbst fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere Menschen genau dasselbe für Sie empfinden und mit Ihnen zusammen sein möchten, größer.

Geben Sie Ihren Gefühlen Ausdruck

Erzählen Sie einer Person Ihres Vertrauens, was Sie fühlen, oder schreiben Sie es auf und lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf. Gefühle einzusperren kann die Situation häufig noch verschlimmern. Manchmal müssen Gefühle einfach irgendwo ihren Ausdruck finden - und dieses "irgendwo" scheint die Haut zu sein.

Übernehmen Sie die Kontrolle

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, "Nein" zu sagen, wenn jemand Ihnen Unmögliches abverlangt und Sie sich deshalb anschließend überlastet fühlen, so kann ein Selbstbehauptungs-Training für Sie nützlich sein. Solche Methoden (sog. "Assertiveness Techniques") unterstützen Sie dabei, neben den Ansprüchen anderer auch Ihre eigenen Bedürfnisse zu respektieren. Auf diesem Gebiet gibt es viele Bücher zum Selbststudium, die Ihnen auf diesem Weg weiterhelfen können; auch wohnortnahe Abendschulen oder Ihre Derma Center bieten teilweise solche Kurse an.

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